Presseeinladung Stadtversammlung Erfurt

Sehr geehrte Damen und Herren, 

am Dienstag, den 16. Juni, lädt Widersetzen Erfurt um 18 Uhr zu einer Stadtversammlung in den Kommarum Kulturbahnhof ein. Ziel der Stadtversammlung ist, dass sich die Teilnehmenden verabreden, sich am 4. Juli dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt in den Weg zu stellen. Widersetzen Erfurt wird hier den Plan für den Protest-Tag und Möglichkeiten zur Beteiligung vorstellen. Gemeinsam soll schließlich mit Handabdrücken aller Teilnehmenden ein großes Fronttransparent für den Protest gestaltet werden. Im Anschluss besteht die Möglichkeit sich bei Essen, Getränken und Musik zu vernetzen. 

„Die AfD hat sich unsere Stadt als Ort für ihren Bundesparteitag ausgesucht. Doch da haben sie sich mit den Falschen angelegt. Denn wir sind viele und wir handeln entschlossen gegen Faschismus. Bei der Stadtversammlung stellen wir uns gemeinsam den Wecker auf 5 Uhr, um uns am 4. Juli dem AfD-Bundesparteitag entgegenzustellen“, betont Michel Schlichtenberger, Sprecher von Widersetzen Erfurt. 

Bei der Veranstaltung werden verschiedene Menschen aus der Erfurter Stadtgesellschaft zu Wort kommen. Zane, Industriemechanik-Auszubildender von den Azubis gegen Rechts, wird über seine persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung sprechen: „Witze über jüdische Menschen und die systematische Diffamierung von Minderheiten sind in meiner Lehrwerkstatt an der Tagesordnung. Es ging sogar so weit, dass einer der Kollegen zu mir meinte, man solle mich ins KZ sperren, wo ich elendig verrecken solle. Bei Widersetzen spüre ich, dass ich dem Hass, den auch die AfD verbreitet, nicht alleine gegenüberstehe.“ Als Redner wird auch der Erfurter Menschenrechtsaktivist Adam Alazawe erwartet. „In dem Moment, als die AfD gegründet wurde, stand ich in Syrien auf der Straße und habe für Freiheit protestiert. Ich habe selbst erlebt, wie ein totalitäres Regime Menschen entrechtet und auf Demonstranten schießt. In Deutschland haben sich viele Syrer nun ein Leben aufgebaut. Jetzt nutzt die AfD die gleichen Methoden: Ausgrenzung, Entmenschlichung und demnächst wollen sie uns abschieben! Wir dürfen es nicht zulassen, dass hier in Deutschland ein neues faschistisches System aufgebaut wird. Ich habe beschlossen, zu widersprechen“, so Alazawe. Über die Aktionsform des zivilen Ungehorsam wird bei der Stadtversammlung Verena Kyselka von ihren Erfahrungen aus der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung im Dezember 1989 berichten: „Ziviler Ungehorsam gehört zur demokratischen Stadtgeschichte von Erfurt und er wirkt. Das haben wir im Dezember 1989 bewiesen: Einige mutige Frauen haben mit der Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung begonnen, hunderte Erfurter*innen schlossen sich an. Gemeinsam haben wir verhindert, dass die Stasi ihre Unterlagen vernichtet.“

Widersetzen Erfurt klingelt aktuell an Tausenden Haustüren in Erfurt und lädt Bürger*innen zur Stadtversammlung ein. Einer Einladung zum Auftakttreffen Ende April waren bereits mehr als 400 Erfurter*innen gefolgt. Widersetzen ist ein bundesweites antifaschistisches Aktionsbündnis. Mit massenhaften, zivilen Ungehorsam protestiert das Bündnis gegen Faschismus und rechte Politik.​​​​​​​

Sie haben während der Stadtversammlung die Möglichkeit für Bild- und Tonaufnahmen. Wir stehen Ihnen für Interviews zur Verfügung. Für Rückfragen und Kontakt erreichen Sie uns unter: 0163 5258467 / erfurt@widersetzen.com

Mit freundlichen Grüßen,

Michel Schlichtenberger