Anlässlich der Äußerung von Thüringens Innenminister Georg Maier, dass Blockaden gegen den AfD-Bundesparteitag nur der AfD nutzen würden, erklärt die Sprecherin von Widersetzen Erfurt Lola Mehring: „Was der AfD wirklich nutzt, sind nicht entschlossene Gegenproteste. Es sind soziale Unsicherheit, Kürzungen im Sozialstaat und die Übernahme von AfD-Themen durch die regierenden Parteien. Dafür sind nicht wir Protestierenden verantwortlich. Im Gegenteil: Wir zeigen, dass es eine solidarische Mehrheit gibt, der es nicht egal ist, wenn sich Faschisten in unserer Stadt zum Parteitag treffen. Wer die AfD verhindern will, blockiert mit uns den Bundesparteitag.“
Der AfD-Landesvorsitzende Björn Höcke hatte in einer Sondersitzung des Thüringer Landtags bürgerkriegsähnliche Zustände für den 4. Juli herbeigeredet. Widersetzen-Pressesprecher Georg Becker stellt dem gegenüber klar: „Mit Gewalt müssen wir rechnen, wenn die AfD die Macht übernimmt. Sie will Millionen von Menschen abschieben, Kinder mit Behinderung aus den Schulklassen drängen, Antifaschist*innen mit höchster Priorität verfolgen. Dagegen widersetzen wir uns in Erfurt. Von uns geht am 4. Juli keine Eskalation aus“.
In Vorbereitung auf die Proteste am 4. Juli führt die Widersetzen Ortsgruppe Erfurt seit April Haustürgespräche in der Stadt. Bislang hat die Gruppe bereits an mehr als 13.000 Türen geklingelt und über 3.000 Gespräche geführt. In der nächsten Woche werden jeden Tag etwa 70 Aktivist*innen an die Haustüren gehen und Menschen in der Innenstadt ansprechen. Zu einer Stadtversammlung kamen mehr als 800 Menschen zusammen. Sie haben sich dazu verabredet, den Bundesparteitag der AfD in Erfurt zu verhindern. Ein heute erschienenes Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte kommt zu dem Schluss, die AfD sei eine verfassungswidrige Partei.
